Die Polar-Bären. Oder: Warum Cenny so sehr polarisiert
08.03.10 (Cenny & GZSZ)
Die eine Seite verfällt seit Wochen in lautes Freudengeheul, wenn das Thema auf das GZSZ Jetzt-endlich-Pärchen Cenny geht. Da wird von großartiger Darstellung gefaselt, von Realismus und von einer etwas anderen Liebesgeschichte. Die Darstellung der Freundschaft zwischen Carsten und Lenny wird in den Himmel gehoben und besonders wenn es ums Leiden geht, dann wird hier besonders laut gequietscht.
Doch es gibt auch eine andere Partei von Verfechtern. Hier wird wiederum von hölzerner Darstellung gesprochen, von zu wenig Gefühlsdarstellung und von einem Tempo, das wohl so ziemlich jede Schallmauer durchbrechen würde. Hier wird die mangelnde Romantik angeprangert und dass die beiden scheinbar dann doch nichts anderes als Freunde sind. Kurz um: Es fehlt jegliche Chemie.
Doch welche Seite hat denn hier recht? Und warum zum Geier schafft es GZSZ mit Cenny ein Paar zu kreieren, dass so dermassen polarisiert? (Für mich Anlass genug, die beiden ab heute meine geliebten POLAR-Bären zu nennen. *hihi*)
Auf welcher dieser zwei Seiten ich ganz persönlich zu finden bin, dürfte dem geneigten Leser schnell klar sein: Ich bin Cenny-Verfechter bis aufs Blut und würde jederzeit Stein und Bein darauf schwören, dass diese Storyline eine der Besten ist, die wir seit ganz langer Zeit zu sehen bekommen haben. Aber trotzdem frage ich mich auch, warum diese Geschichte so polarisiert.
Und ich denke, ich habe für mich den Stein der Weisen oder vielleicht auch eher die Antwort auf diese Frage gefunden und sie lautet Andersartigkeit.
Denn was ist es im Endeffekt, was Cenny so ausmacht? Das ist doch die Tatsache, dass diese Geschichte so anders ist. Hier wurde von viel Gewalt erzählt. Hier wurde von einer wirklich festen Kerle-Freundschaft erzählt. Und von Ehre, Machotum und noch anderen wirklich merkwürdigen Dingen. Schauen wir uns also mal all die anderen Verdächtigen auf unserer Insel an. Und nein, es gibt keine Geschichte, die dieser hier gleich kommt. Natürlich sind die Elemente oft ähnlich: Freundschaft = McDean, Gewalt = McDean, Verleugnung= ungefähr jedes einzelne Paar und so on. Aber wirklich vergleichbar ist keine der Geschichte. Denn selbst bei McDean war ab Mitte klar, dass John Paul offen schwul war und damit auch keinerlei Probleme hatte. Also haben wir hier nichts vergleichbares. Cenny ist demnach ein absoluter Prototyp für eine Geschichte.
Und ich denke auch die Charaktere sind für unsere Insel eher untypisch, denn betrachten wir sie uns doch einmal genauer. Carsten: Ehemaliger Bundeswehrausbilder, passionierter Kampfsportler und auch eher mit maskulinen Charaktereigenschaften gesegnet. Lenny: Kampfsportler, sehr auf Männlichkeit im Allgemeinen bedacht, hat allerdings vielleicht noch die etwas mehr weiblich konotierten Charaktereigenschaften, da er sich für Kunst interessiert (war aber auch lange Verschütt). Wen haben wir dann so restlich auf unserer Insel: Den Eiskunstläufer, das Model, den Pferdewirt, den Barbesitzer, den Alienjäger, den Arzt und so on again.
Für mich macht das Resultat aus diese beiden Charakteren genau die Geschichte aus Cenny wie sie zum jetzigen Zeitpunkt gezeigt wird: Beste Freunde, die aber gelegentlich dann doch wieder die Grenze der Freundschaft zur Beziehung überschreiten. Denn anders könnte ich mir eine Beziehung dieser Charaktere auch nicht vorstellen. Diese Beziehung muss rau sein, muss fast schon zum Zerbersten kalt, denn alles andere würde die Beziehung OOC werden lassen. Oder kann sich wer vorstellen, wie die Zwei jede Minute aufeinander hängen und sich Hase und Welpe nennen? (No offence an alle Deroaner dieser Welt, denn bei Dero ist das einfach wie die Faust aufs Auge).
Doch für mich macht all das den Grund aus, warum wir diese zwei Polar-Bären unser Eigen nennen. Denn ich glaube ganz fest daran, dass diese wirklich andere Darstellung von einer Beziehung zwischen zwei Männern schwer zu schlucken ist. Man will die große Liebe, man will Zuneigung sehen, man will physischen Kontakt. Doch nicht jede Beziehung muss so aufgebaut sein. Nicht jede Beziehung sieht so aus. Und Cenny ist wohl das erste Paar im Soap Dschungel, dass sich traut zu zeigen, dass Liebe eben in anderen Formen auch möglich ist: Nämlich wirklich Freundschaft mit Benefits. Es mag nicht jedermans Geschmack sein. Es mag nicht jederman glauben können, dass auch in so einer Beziehung Liebe und Innigkeit herrscht.
Aber ich für meinen Teil werde Grundy für immer auf Knien danken, dass sie uns die zwei Polar-Bären geschenkt haben. Denn auch wenn diese Art von Beziehung sicherlich niemals jedermans Cup of Tea sein wird, so wird vielleicht doch alleine die Darstellung dieser Beziehung einigen Menschen zeigen, dass es eben auch andere Konzepte von Liebe und Beziehung gibt. Und um dies ganz speziell auf schwule Beziehungen umzumünzen: Das auch Liebe zwischen zwei Kerlen manchmal genau das ist, was sie ist: Liebe zwischen zwei Kerlen. Rau, voller Machismo und kernigen Sprüchen, aber deswegen nicht weniger innig oder voller Liebe.
Weitere Argumente für oder gegen Polarbärentum sind herzlich willkommen. Was macht Cenny für euch so klasse oder eben auch nicht? Was wünscht ihr euch und was bräuchtet ihr, um Cenny aus dem Polarbärentum herauszuholen?
Ich bin gespannt.
(by HB)
08.03.10 um 21:51
[Was heißt OOC???]
Heartbreak, Lenny hat dafür gesorgt, dass Carsten krankenhausreif geschlagen wurde, dass er sich irgendwo verkreicht und sogar das Land zwischenzeitlich verlässt (und wie wir wissen, war das nur die Spitze des Eisbergs > Drohungen, Verletzungen, Beleidigungen, Missachten). Soap hin oder her, da hätte ich mir einfach sehr viel mehr Reue und Kampf gewünscht. Den Typen hätte ich über Monate nicht in meine Nähe gelassen. Wenn überhaupt jemals wieder..
1) Das ging mir also viel zu schnell, ja. Zumal das vorher dermaßen in die Länge gezogen wurde.
2) Aber ich sehe eben auch, dass Liebe nicht alles verzeihen kann; dass es Grenzen gibt und diese werden irgendwann erreicht. Wo sind die noch bei Cenny?
3) und wann werden diese Überschreitungen (tiefgehend) aufgearbeitet?
4) Für mich ist in diesem Moment die Gradlinigkeit und Charakterstärke der Person Carsten verloren gegangen. Also das, was davor noch zentral war. Das muss man anders erzählen, schreiben.
(Ich denke im Hinterkopf auch immer an die Vorbildfunktion dieser Serien. Und was lerne ich dann???)
Womit du aber Recht hast.
1) Die Einzigartigkeit, das Körperbetonte, oder wie manche auch sagen würden, das Maskuline. Ich tendiere eher zu “prollig”, aber das ist natürlich auch nur eine Wertung.
[im Übrigen gab's das Körperbetonte auch bei Ollian!]
2) Ich denke auch positiv an die gut geschriebenen und gut besetzten Nebencharakter (über allem: Tuner).
3) Dennoch würde ich die Darstellung von Alexander Becht mittlerweile weniger kritisch sehen. Ich mag ihn immer noch nicht. Aber Lenny hat sich in den letzten Wochen entwickelt und dies wurde von ihm gut rüber gebracht. Dafür hat für mich Felix Isenbügel nachgelassen, aber er hatte auch nicht sooo viel zu entwickeln. Das geht also in Ordnung.
[Letztlich kommen die Beiden nicht an Nuke der Anfangszeit und McDean heran. Das war einfach besser!]
Was in der nächsten Zeit noch nachgeholt werden muss:
- der Hintergrund von Carsten Reimann
- Unsicherheit/Nicht-Vertrauen von Carsten
- Wie viel Schuld kann man Lenny Cöster geben und wie können seinen (strafrechtlich relevanten) Verfehlungen in einen psychischen Background gesteckt werden? Rechtfertigt der psychische Druck seine Missetaten? Wie gehen Familie, Freunde und Carsten mit ihm um? Und was denkt die Person?
Und etwas weiter ausgeholt. Was ich mir dennoch für die Zukunft erhoffe:
- Warum muss immer eine Freundin im Spiel sein? Immer? BITTE NICHT MEHR! Nicht jeder Schwule/Bi hat vorher erst eine Freundin abzugeben. Diese Erkenntnis kann auch ganz ohne kommen.
- Warum nicht einmal ein rosarot-einfache Geschichte? Homosexualität soll in der Mitte unserer Gesellschaft ankommen, also kann man doch zeigen, dass eben auch Nicht-Problemfälle gibt! So viele Familien und Paare schaffen es ganz ohne das unfassbare Drama. Man kann sich doch auf das Kennenlernen, die Unsicherheit gegenüber den anderen, die Verliebtheit, den ersten Sex. So ist es doch!!!
- das Thema Schule/Peer-Group kann ja auch einmal in seiner Vielfalt dargestellt werden (Ansätze bei McDean, Nuke): positive wie negative Reaktionen, Druck, füreinander Einstehen.
08.03.10 um 23:11
*hmm* … also - ich mag Alexander Becht nicht, punkt aus…
ABER
ich mag Cenny…. weil sie für mich eine persönlich sehr wichtige Seite an Slash zeigen… nämlich die, dass sich dabei zwei “gleichwertige” Partner gegenüberstehen… auch und vor allem körperlich… und das bringen sie bei mir mit all der Gewalt, dem Machismo und dem Unwillen zu unterliegen einfach gut an…
aufgearbeitet? Ja, in rein logisch-emotionaler und vermutlich auch in psychologischer/psychotherapeutischer Sicht - ja und ja und ja…. ABER seit wann sind Cenny logisch-emotional oder machen das, das in psychologischer Hinsicht für sie am besten wäre? eben… Cenny ist für mich absolut kein Paar, das sowas “aufarbeitet”… ob das gesund ist? vermutlich nicht… aber wen kümmerts? die zwei wohl selbst am wenigsten…
09.03.10 um 00:02
Aber entwickelt man sich nicht irgendwann (emotional) weiter??? Wenn man Fehler einsieht, folgen daraus nicht auch neue Wege?
Anschlussmöglichkeiten sehe ich da schon…
09.03.10 um 00:22
hmm, schwierig für mich. Schon ein einzigartiges Paar! Ich war ein großer Cenny Fan der ersten Stunde, doch seit dem Kiosk-Überfall ließ mein Interesse stetig nach. Bis zur Carstens Flucht nach Barcelona habe ich noch “durchgehalten”, aber jetzt ist mir die Geschichte völlig egal.
Für mich sind jegliches Identifikationspotential und Glaubwürdigkeit (es ist zwar eine Soap, aber trotzdem…) verloren gegangen. Schade drum!
09.03.10 um 00:58
Ich liebe unsere polar bären seit mcdean habe ich keine so gute story gesehen !!!
ich gebe HB in allen punkten ( die für cenny sprechen) recht
*geh auf die knie und dank grundy*
09.03.10 um 09:37
Schön, dass bei anderen die Köpfe auch rauchen, denn ich hatte mir schon Sorgen gemacht was mit mir los ist. Hintergrund: Zufällig im August 09 beim Zappen bei der Strand-Szene von Cenny gelandet und seit dem dabei - aber nur die beiden. Keine anderen Storylines aus GZSZ, keine andere Soap und keine anderen schwulen Pairings. Warum?
Ich meine, weil zwar Soap bedingt einiges zu sehr dramatisiert wird, aber ansonsten verhältnismäßig real rüberkommt. Die beiden haben sich verdammt schwer getan zusammen zu kommen, beide sahen und sehen sich selbst in einer selbstbestimmetn “starken” Rolle im Leben und als äußerer Druck kommt jetzt die Gerichtssache dazu. Ich kann mir da keine Herz-Schmerz-Friede-Freude-Eierkuchen-Szenen vorstellen. Da geht es ab und zu zur Sache und das inklusive allem aufgestauten Frust und aller Spannung, aber ansonsten ist da noch keine Ruhe für “Geherze”.
Letzteres kann und muß ich mir da auch nicht vorstellen, denn meiner Meinung nach strahlen die beiden inzwischen bei ihrer Interaktion eine Verbundenheit aus, die eigentlich erst später in einer Beziehung auftaucht - nachdem Verliebtheit und Begehren “dank” aller Alltagsprobleme und Schwierigkeiten “überwunden” sind und tiefere Gefühle zählen. Das erscheint mir bei allem hier auch/aber recht glaubwürdig. Dass man sich das zum Teil etwas anders wünscht, inklusive Aufarbeitung aller Fragen “Warum-Wieso-Weshalb?” - Privat oder Soap - kann ich verstehen, ist aber meistens ja nicht der Fall. Man wurschtelt doch einfach weiter in der Hoffnung, dass es schon irgendwie läuft.
09.03.10 um 11:49
Danke Michalion - du triffst es auf den Kopf… man wurschtelt manchmal einfach weiter… und das tun die Jungs und sie tun es glaubwürdig…
@Dersörn… sorry, hatte Deine Frage ganz vergessen…
OOC = Out Of Character ;o)
09.03.10 um 12:58
Seit ich die beiden das erste Mal im August gesehen habe, bin ich Cenny verfallen und nicht mehr wieder weg gekommen.
Es ist einfach mal was anderes, als das was man sonst immer im TV sieht. Es ist nicht dieses typische rosarot Märchen und genau das fasziniert mich so an der ganzen Story.
Beide stehen sie mehr oder minder im Leben und werden dann plötzlich mit der Frage konfrontiert: Hey, was geht denn jetzt ab?
Plötzlich verlieben sich zwei beste Freunde in einander und müssen nun, jeder für sich, versuchen damit klar zu kommen. Nicht nur mit sich selbst, auch mit den äußeren Umständen.
Auch wenn beide nicht so auf einander hängen wie beispielsweise bei Dero, finde ich kommen sie glaubhaft rüber. Es herrscht eine tiefe Verbundenheit zwischen den beiden, die eben auf der vorangegangenen Freundschaft aufbaut.
Und unter Anbetracht der ganzen Knast-Geschichte ist es nur verständlich, dass sie viel mit einander reden und sich nicht permanent andersweitig beschäftigen.
Zum Thema Glaubwürdigkeit und Identifikation:
Man darf nicht vergessen, dass es eben eine Soap ist. Und in solchen ist nicht immer alles gleich realitätsnah. Bisweilen finde ich jedoch, dass man sich gut in die einzelnen Charaktäre rein fühlen kann und es nicht zu abstrakt rüber kommt.
09.03.10 um 13:56
@ Michalion - du sagst es: Da geht es ab und zu zur Sache und das inklusive allem aufgestauten Frust und aller Spannung, aber ansonsten ist da noch keine Ruhe für “Geherze”.
@HB - du sagst es auch: Diese Beziehung muss rau sein, muss fast schon zum Zerbersten kalt, denn alles andere würde die Beziehung OOC werden lassen.
und was sagt mia? - ihr habt recht… im rahmen einer soap… mal ne andere schwulen liebe…
09.03.10 um 13:58
Ich muss gestehen, dass es mich jetzt auch nicht mehr wirklich brennend interessiert, wie es denn weitergeht. Aber mit der Storyline an sich habe ich kein Problem, ich finde es auch geher gut, dass sie weiterhin eher “rauh” miteinander umgehen, ein bisschen aggressiver als vielleicht andere.
Man Hauptproblem ist einfach die Chemie, bzw. das Fehlen derselben. Manchmal erkenne ich sie im Ansatz, aber es tut mir leid, meistens kommt da für mich einfach so gar nichts rüber. Bzw. es kommt nur bis zur Hälfte, und dann kommt Alexander Becht (oder wie auch immer der jetzt heißt). Sorry, aber schauspielerisch bringts das einfach irgendwie nicht. Immer nur leer gucken hat irgendwann keinen allzu großen Effekt mehr. Da kann Felix noch so hingebungsvoll verliebt schmachten, es fährt einfach gegen die Wand.
Wahrscheinlich interessiert mich die Story auch deshalb nicht mehr wirklich, weil es für mich einfach chemie-technisch “nicht passt”. Zwischen den Schauspielern, nicht, weil die Story das nicht hergibt.
09.03.10 um 15:13
“Beste Freunde, die aber gelegentlich dann doch wieder die Grenze der Freundschaft zur Beziehung überschreiten. Denn anders könnte ich mir eine Beziehung dieser Charaktere auch nicht vorstellen. Diese Beziehung muss rau sein, muss fast schon zum Zerbersten kalt, denn alles andere würde die Beziehung OOC werden lassen.”
Zum Zerbersten kalt? Rau? Ähm. Da gibt’s doch diese schöne Szene aus einer Fantasie von Lenny: http://www.youtube.com/watch?v=DzQETBYAhp0
Für mich ist Zärtlichkeit und Kumpelhaftigkeit KEIN Widerspruch. Ich kann mir sowas gut bei ihnen vorstellen (jetzt mit der ganzen Knastgeschichte noch nicht, aber wäre Lenny nicht angeklagt worden - diese Fantasie wäre auf einen Schlag Realität geworden, da bin ich mir sicher). Der Umgang eines Paares miteinander läuft nie nach einem bestimmten Schema ab. Manche Schemata werden wohl mehr abgerufen, andere weniger, aber es besteht immer noch eine große Variationsbereite. Cenny waren und SIND (beste) Kumpel, aber gleichzeitig auch total verliebt, und das muß sich nicht widersprechen. Klar pflegen sie durch ihre Vorgeschichte einen anderen Umgang miteinander als andere Paare, da sie sich schon als beste Freunde kannten. Aber ich denke nicht daß sie sich als ‘friends with benefits’ einordnen würden - sie WAREN beste Freunde, nehmen die dadurch entstandene Vertrautheit mit herüber in die neue Beziehung als (sexuelle) Partner. Ich würde sie also ‘past best friends now in a relationship retaining the grown trust and relearning each other from a different perspective’ sehen. Auch wenn es dafür keinen kürzeren oder knapperen Ausdruck gibt. *lacht* Lenny und Carsten haben den Vorteil, daß sie die Vorgeschichte des anderen kennen, daß sie schon eine gemeinsame Geschichte haben, daß sie einander schon vertrauen - das wirft den üblichen Start einer Beziehung durcheinander und durch die schon erworbenen Verhaltensmuster in ihrer Freundschaft, eben diesem Kumpeltum mit dem Rangeln, haben sie eben auch einen Ausgangspunkt, von dem sich mehr entwickeln kann, wie die Szene im Bett ja auch sehr schön gezeigt hat. Und Lennys Fantasie wäre dann eben der nächste Schritt.
Ich würde das, was du als ‘zum Zerbersten kalt’ bezeichnet hast, eher nur als Unsicherheit und Sprödigkeit bezeichnen. Eben weil sie noch diese kumpeligen Verhaltensmuster haben, müssen sie erst rausfinden, wie sie diese abändern/weiterentwickeln können, und das Beste ist: Wir können dabei zugucken! Ich finde es schon süß, wie Lenny jetzt Carsten immer zur Begrüßung küßt. Noch etwas spröde, ja, aber man sieht, wie er sicherer wird. Aw, Lenny.
09.03.10 um 17:56
Leider nicht so mein Lieblingspärchen.
Die Story ist schon Ok. Muss nicht groß romantisch/kitschig sein. Aber die Jungs überzeugen mich nicht.
Da ich leider fast keine Leute in dieser Soap symphatisch finde, sehe ich meistens nur sporatisch rein.
10.03.10 um 18:00
ach cenny…mittlerweile hab ich sie wieder gern.
was für mich aber immer ger große kritikpunkt bleiben wird, ist lennys coming out. das war mir dann - selbst für ne soap - zu viel drama. vor allem hatte ich da aber das gefühl, das ganze wurde künstlich in die länge gezogen, ganz einfach weil man gemerkt hatte, wie viele fans die storyline hat. eine alibi-freundin ist ja fast schon pflicht im soap-land, aber lennys zunehmende aggressivität… da hatte ich zwischenzeitlich schon den wunsch, carsten möge sich doch bitte jemand besseren suchen.
dann aber lennys herzschmerz nach der zeit im krakenhaus… ich gebs zu, da bin ich dann geschmolzen und hab migelitten. und als es endlich soweit war, laut gequietscht. die momentane beziehung gefällt mir recht gut, aber es stimmt schon, sie ist sehr anders und da muss man sich vll auch erst dran gewöhnen. manchmal wünsche ich mir einen hauch mehr zärtlichkeit, andernfalls liebe ich die verbundenheit der beiden, eben weil sie zuerst beste freunde waren.
fazit: nach zwischenzeitlichen arhen zweifeln bin ich jetzt wieder mit cenny versöhnt^^
10.03.10 um 23:08
Plump gesagt: Viel zu wenig Plüsch und Romantik, viel zu viel Männlichkeit und Aggressionen. Ich schätze deswegen polarisiert Cenny so sehr bei den Zuschauern.
Von Schwulen oder Männerliebenden Männer erwartet man irgendwie, dass sie ein Tick weiblich sind. Romantik, gepflegte Umgangsformen, keine Aggressionen, keine Rauheit. Wobei ich das für Schwachfug halte. Deswegen ist - meiner Meinung - das Schwulsein bei vielen Männern verpönt, weil man dann sofort als weich und Schwuchtel angesehen wird. Und das zeigt Cenny wunderbar: nur weil man einen Mann liebt ist man nicht weniger männlich oder ist auf einmal jemand anderes. Es gab bei McDean auch so einen schönen Schlüsselmoment, in dem John Paul schon offen schwul war und Craig erklärt hat, dass er nur weil er schwul ist, immer noch derselbe ist. Schubladendenken ja, aber bitte nicht eine Schublade mit ausschließen bzw. wenn der Herr in der Schublade ist, dann muss er unbedingt in die andere Schublade herein.
Ich mag solche Beziehungen, in denen es auch mal “zur Sache” geht und wenn sie eben anders sind. Bin ja auch anders.