Ein rund herum gelungener Abend
06.09.10 (Dero & AWZ, Ollian & VL)
So könnte man den Samstagabend zweier Faghags beschreiben. *grins* Denn Annika und meine Wenigkeit hatten die Gelegenheit - vielen Dank an dieser Stelle an Karola Keller von Sistasinspiration für die Einladung - an der Premiere des Kurzfilms „Lady Pochoir” teilzunehmen. Die technischen Probleme, die den Start der Veranstaltung um ein paar Minuten verzögerten taten dem keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil! Denn dadurch durften wir nicht nur zwei fantastische Tanz- und Musikeinlagen und natürlich den Film genießen, sondern kamen auch noch in den Genuss eines Unplugged-Konzerts von Franca Morgana, die btw. für einen Großteil der Musik im Film verantwortlich war. Eine Wahnsinnsstimme, kann ich nur sagen!
Dass es ein Erlebnis war, die Schauspieler, die man sonst nur vom Bildschirm her kennt, auch mal live und in Farbe zu erleben, brauche ich glaube ich nicht zu betonen, oder? Es waren nämlich nicht nur die Darsteller des Kurzfilms (bis auf Vanessa Jung, die aufgrund eines anderen Projekts verhindert war) zugegen, sondern auch noch div. Schauspieler aus VL und AWZ.
Aber ich schweife schon wieder ab. *blush* Kommen wir zum eigentlichen Grund der Veranstaltung: Dem Film.
Sistasinspiration, das sind Karola Keller und Petra Clever, die dem einen oder anderen vielleicht aus anderen Produktionen nicht unbekannt sein dürften, haben mit dem Kurzfilm „Lady Pochoir” endlich ein gemeinsames Projekt an den Start gebracht und dabei zusammen mit ihrem Team und natürlich den Schauspielern eine fantastische Arbeit abgeliefert. *nick*
„Lady Pochoir” lautet nicht nur der Filmtitel, sondern so nennt sich auch Yv (gespielt von Nadine Rennack), wenn sie nachts durch Köln mit ihrem Rennrad durch Köln düst und mit ihren Schablonen und Sprühdosen die farblosen Wände ihrer Stadt verschönert, was naturgemäß nicht sehr viel Anklang bei der Polizei findet. Insbesondere eine Polizistin ist ihr immer dicht auf den Fersen. *grins*
Pochoir nennt man übrigens die Schabolen. Geläufiger ist allerdings die Bezeichnung Stencils, aber das hätte wohl in Kombination mit „Lady” etwas komisch geklungen und Lady Pochoir klingt auch wesentlich geheimnisvoller.
Ihr Freund Stan (gespielt von Dennis Grabosch) ist ihr bei ihren Versuchen, sich den Klauen der Polizei zu entgehen nicht wirklich ein Hilfe, auch wenn er ihr zuliebe über den Boden robbt.
Wer sich jetzt fragt, was dieser Film mit dem Konzept dieser Seite zu tun hat, dem sei gesagt: Stan ist schwul! Damit ist doch alles gesagt, oder?
Nein, Quark! Das ist natürlich nicht der alleinige Grund, warum der Film hier nicht unerwähnt bleiben soll, denn es geht um eine Liebesgeschichte zwischen zwei, nein eigentlich drei Frauen. Und der Hase - sorry, aber wenn er schon so auf die Bühne gerufen wird, darf ich ihn hoffentlich auch so nennen - spielte da mehr eine untergeordnete - wenn auch nicht unwichtige Rolle. *grins*
Ja, Ihr habt richtig gelesen: drei Frauen! Bei der einen handelt es sich um Lexi (gespielt von Verena Zimmermann), die einen Kunstverlag leitet und sich für Street Art interessiert. Als die Karrierefrau Yv auf einer ihrer nächtlichen Sprühtouren begleitet, funkt es zwischen den beiden. Und die zweite ist Sascha (gespielt von Vanessa Jung), die immer dort auftaucht, wo Yv sie eigentlich nicht gebrauchen kann.
Der Film bringt einen zum Lachen und Quietschen, aber auch Nachdenken. Auf jeden Fall ist er sehr zu empfehlen. Bis jetzt gibt es Zusagen für zwei Kurzfilmfestivals, nämlich den Lesbisch-Schwule Filmtagen in Hamburg (19-24.10.2010) und dem Internationalen Lesbian & Gay Film Festival Reeling in Chicago (04.-13.11.2010). Aber das werden sicherlich nicht die letzten gewesen sein, da bin ich mir sicher.
In Kürze soll der Film auch auf DVD käuflich zu erwerben sein.
Weitere Infos zu den Festivals sowie über Sistasinspiration und natürlich den Film findet Ihr unter:
http://sistasinspiration.com/
http://www.reelingfilmfestival.org/
http://www.lsf-hamburg.de/
(by S)

