Couchgeflüster: Bare

In der Regel beschäftigt sich unser Couchgeflüster mit Filmen und Büchern, die sich für einen gemütlichen Couchabend eignen. Heute möchte ich euch dagegen ein Musical vorstellen: Bare. Allerdings nicht irgendeine Version dieses Stücks, sondern eine, dass in Indianapolis als High School Musical aus Finanzierungsgründen nur für eine einzige Woche aufgeführt wurde. Dass ich es euch hier vorstelle, liegt nicht nur an meiner Obsession mit dieser Aufführung und den Hauptdarstellern (die ich allerdings durchaus habe), sondern an der guten Qualität, in der es im Netz zu finden ist.

© indytheatrehabit.com

Die Geschichte: Bare handelt von zwei Schülern in einem katholischen Internat. Sie sind Zimmergenossen und schon seit längerer Zeit zusammen. Währen Peter langsam beginnt sich selber zu finden und sich vor anderen outen zu wollen, versucht Jason, die Frage nach der Zukunft ganz weit von sich zu schieben. Und es ist kein Wunder: Er hat einen Freund, den er offensichtlich sehr liebt, ist sehr beliebt und gut in allem was er beginnt. Mit seiner Schwester, die im selben Internat ist, hat er ein warmes Verhältnis, welches ihn für die kühlen Eltern entschädigt. Für ihn könnte erst mal alles so bleiben, wie es ist. Peter dagegen fühlt sich alleine und versucht sich vor seiner Mutter am Telefon zu outen, was diese verzweifelt übergeht. Dennoch gibt er nicht auf, bleibt sich treu und findet beistand in einer der Nonnen. Für ihn steht fest: Er möchte mit Jason zusammen ins College gehen und offen zu ihrer Beziehung stehen. Das kostet ihn dann später auch einen großen Streit mit Jason, der zwar ebenfalls mit Peter nach Notre Dame gehen möchte, aber eher an eine Scheinfreundin und Peter als Geliebten denkt, als an eine offene Beziehung. Er lässt sich von einer Klassenkameradin ablenken, schläft in seiner Hilflosigkeit mit ihr. Während das Mädchen versucht, ihn für sich zu gewinnen, bereut er bereits den Verlust von Peter bitterlich. Dieser lässt sich allerdings erst zu einer Versöhnung bewegen, als Jason ihn anlügt und behauptet, nicht mit Ivy geschlafen zu haben. Der Frieden währt nicht lange, denn Ivy ist schwanger. Es kommt zur Eskalation, als einer der Freunde, Matt, der in Ivy verliebt ist, die Karten auf den Tisch legt und Ivy und Peter über den Stand der Dinge aufklärt. Peter läuft verletzt weg. Zur selben Zeit realisiert Jason, dass er nur Peter will. Er versucht mit einem Priester darüber zu sprechen, der den Jungen zurück weißt. Als dann auch noch Peter distanziert auf seinen Wunsch, gemeinsam abzuhauen, reagiert, schluckt Jason Drogen. Eine letzte verzweifelte Liebeserklärung an Peter folgt, in der Peter doch wieder in seinen Armen landet. Doch das Theaterstück, für das die ganze Gruppe von Freunden immer wieder geprobt hat, hat gerade begonnen. Mitten in der Aufführung, klappt Jason tot zusammen. Die Freunde nehmen Abschied von Jason und Peter findet Trost in den Armen seiner Mutter, die zum ersten Mal für ihn da ist.

Ja, ich habe eine Schwäche für dieses Musical. Ich könnte es immer und immer wieder sehen. Daher bin ich sicher nicht ganz objektiv, wenn es um die Bewertung geht. Das Stück ist ideal für ein High School Musical, da der Hauptteil der Rollen aus Schülern besteht. In diesem Punkt liegt dann auch der Knackpunkt der meisten Bare- Darstellungen: die Schauspieler sind einfach viel zu alt für die Rollen. Nicht so in diesem Stück. Nun könnte man meinen, dass die Aufführung sehr laienhaft ist, doch auch das ist nicht der Fall. Im Gegenteil. Die beiden Hauptdarsteller (Jason: Justin Ivan Brown; Peter: Brian Benson) sind unfassbar gut. Ihre Stimmen passen zusammen und  sie haben eine sehr natürliche, unschuldige, aber gleichzeitig auch mittreißende Ausstrahlung miteinander. Die Chemie zwischen ihnen passt einfach! Und auch die Nebendarsteller sind richtig gut. Mein persönlicher Favorit unter den Nebendarstellern ist eindeutig David Ross, der Matt spielt. Das Duett zwischen Jason und David ist einfach nur toll. Ein kleines Stirnrunzeln gilt dem Priester, seine Stimme ist ein wenig dünn für meinen Geschmack, aber gleichzeitig passt es auch genau zu seiner Rolle.
Wann also solltet ihr euch dieses Musical ansehen? Es hat ein durchaus ernstes Thema und am Ende schaden Taschentücher sicher nichts. Dennoch ist es keine ganz schwere Kost. Es gibt wunderschöne Stellen und die Songs sind einfach mitreißend. Musicals sollten ihr allerdings schon mögen und da es komplett auf Englisch gesungen ist, macht es schon Sinn, es zu gucken, wenn man die Sprache einigermaßen versteht. Allerdings singen sie sehr klar, man kann es also an sich wirklich gut verstehen. Damit lasse ich euch den ersten Teil hier, ihr findet alle Teile, wenn ihr den Kanal anklickt. Viel Spaß!

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