Am heutigen Couchgeflüster- Freitag, möchte ich euch einen etwas bekannteren Film vorstellen: “Eine außergewöhnliche Affäre”
Jochen Wenzel ist ein Familienvater wie aus dem Bilderbuch. Er hat zwei süße, aufgeweckte Kinder, eine selbstständige, erfolgreiche Ehefrau und ein großes Haus mit Garten. Ihr ahnt schon was kommt: natürlich ist hier nichts so, wie es scheint. Zwar war Jochen seiner Frau nach eigenen Aussagen immer treu, vor ihr hat er allerdings schon mal mit Jungs rumprobiert, dann aber recht schnell kalte Füße bekommen und geheiratet. Das die Lust im Schlafgemach nicht so umwerfend war, hat der Herr geschickt verdrängt. Bis- ja bis Tom Leutner die ehrwürdigen Hallen der Schule betritt. Der junge Lehrer sieht nicht nur richtig gut aus, er lebt auch offen schwul und ist von Anfang an an seinem älteren Kollegen interessiert. Der joggt sich die Seele aus dem Leib, verdrängt, verleugnet, aber natürlich hilft ihm das alles nichts, zu guter Letzt ist und bleibt er nun mal schwul und hegt Gefühle für Tom. Da hilft auch alles Zappeln und Wenden nichts, die Gefühle sind da und gehen nicht einfach weg. Das sieht dann schließlich auch der gute Jochen ein und entscheidet sich für die Liebe.
Der Film hört sich nach seichter Fernsehlektüre mit einem recht gängigem Thema an? Jawohl, da habt ihr definitiv recht. “Eine außergewöhnliche Affäre” kam schon des öfteren um 20 Uhr 15 als nette Abendunterhaltung im TV. Aber genau aus diesem Grund habe ich ihn ausgewählt, um ihn euch heute vorzustellen. Bei Filmen mit homosexuellem Inhalt, habe ich oft das Gefühl, dass Reggesseure denken sie können ihn nur präsentieren, wenn er extrem dramatisch ist. Er muss mindestens ein ungewöhnliches Outing, furchtbare Lebensumstände und am besten noch Tot am Schluss beinhalten. Ganz normale, ein bisschen seichte, nette Filmchen, die man in heterosexueller Version zu hunderten findet, gibt es immer noch wenig. Einerseits ist das Thema “Homosexualität” als solchen (zum Glück!) kein Skandalthema mehr, andererseits scheinen aber auch schlichte Liebesfilme mit zwei gleichgeschlechtlichen Hauptdarstellern noch nicht wirklich für die breite Masse produziert werden zu können. Kommt es dann mal ganz nebenbei in einem Tatort, gibt es immernoch Menschen, die sich darüber aufregen. Von daher gibt es heute mein Hoch auf diesen Film, der angenehme Unterhaltung und eine süße Liebesgeschichte bietet und sogar ab und an im Fernsehen läuft
. Mit Hans-Werner Meyer und Tatjana Blacher, verfügt der Film außerdem über zwei wirklich bekannte deutsche Darsteller.
Und damit ihr seht, dass ein bisschen seichter Kitsch durchaus auch seine Vorzüge haben kann, hier ein kleiner Ausschnitt:





Oh ich habe den Film vor Jahren mal im Fernsehen gesehen und fand den total toll, noch bevor ich auch nur damit angefangen habe mich näher mit dem Thema zu beschäftigen und Hans-Werner Meyer sehe ich heute noch unglaublich gern. Ich kann den Film auch nur weiterempfehlen.
Wirklich n schöner Film für zwischendurch
Hab ihn auch vor Jahren zufällig mal gesehen.