Couchgeflüster- Frühstück mit Scot

Nach zwei wöchiger Pause dürft ihr heute wieder euren Fernseher anknippsen, Knabbersachen bereit stellen und das Kissen zu Recht knautschen- es ist Zeit für eine neue Runde „Couchgeflüster“!
Und ja, die Leselampe muss leider aus bleiben, denn ich werde euch einen Film vorstellen, der schon seit langen in meiner DVD- Sammlung enthalten ist:

Frühstück mit Scot

Wenn ein männlicher Name in einem Filmtittel auftaucht den ich hier vorstelle, dann ist dieser Jemand in der Regel erwachsen, schwul oder zumindest bi und in einen weiteren Schnuckel verliebt. Bei Scot ist das alles ein bisschen anders. Er ist ein zahnlückiger und ziemlich niedlicher Waisenjunge, dessen Mutter gerade an einer Überdosis gestorben ist. Obwohl Scot mit seinen 11 Jahren also noch ein Kind ist, passt er schon ganz wunderbar auf unsere Seite. Er ist nämlich ganz offensichtlich und mit einer unglaublich süßen, selbstverständlichen Art schwul. Und eben dieser sensible, geschminkte und Musical- singende Junge kommt nun mitsamt seinen Handcrems und seinem Schmuck zu seinem Onkel, da dessen Bruder, sein eigentlicher Vormund, gerade andere Dinge im Kopf hat, als sich um den Kleinen zu kümmern.

Nun sollte man meinen, der Ex-Hockeyspieler Eric, wäre als schwuler Mann mit einem festen Partner der perfekte Ansprechpartner für Scot. Ein ziemlicher Trugschluss, wie sich sehr bald heraus stellt. Denn obwohl Eric und sein Anwalt schon seit vier Jahren in einem Haus zusammen leben, tragen sie die vielen Vorurteile, die ihnen das Leben schwer machen, selbst tief in sich. Kein Wunder also, dass die Beiden so ihre Wortfindungsprobleme haben, als Scot den Nachbarjungen küssen möchte, der daraufhin nicht sehr erbaut auf ihn los geht, im Kaufhaus lauthals die Vor- und Nachteile diverser Kleidungsstücke zelebriert und davon träumt, in einem Musical zu singen.

Was tun sie nun also, um die Situation in den Griff zu bekommen? Ganz genau. Sie tun, was viele Hetero-Paare auch tun würden. Sie verschließen die Augen vor dem Offensichtlichen, schließen seinen Schmuck weg und versuchen, Scot vom Hockeyspielen zu begeistern. Das das nicht gutgehen kann ist klar- aber ob sie es wieder hinbekommen und ob aus ihnen noch eine richtige Familie wird oder ob Scot doch noch in Brasilien bei seinem Vormund landet- das will ich euch noch nicht verraten.

Nein, Frühstück mit Scot ist kein besonders tiefgreifender, thematisch komplexer Film. Ihr werdet keine Taschentücher und kein Fremdsprachenlexikon brauchen. Dafür ist er eine absolut süße  Komödie, die man einfach liebgewinnen muss. Ein Familienfilm wie er im Buche steht- und dass die Familie aus zwei schwulen Männern und einem Jungen besteht, der sehr viel genauer weiß was er ist, als die beiden Erwachsenen, macht das Ganze noch viel schöner. Wenn ihr also eine kleine Aufmunterung brauchen könnt, einen Film zum lächeln, dann werdet ihr „Frühstück mit Scot“ lieben!

Frühstück mit Scot – offizieller deutscher Trailer