Couchgeflüster – Ice Blues

Es ist Freitagabend, ihr braucht dringend Erholung von einer nervigen Woche und wollt weder Geld noch Zeit für einen langweiligen Film rauswerfen, der nicht mal faghag- tauglich ist? Dann könnte euch unsere neue Reihe helfen. Im „Couchgeflüster“ werden euch Filme und Bücher vorgestellt, die es wirklich wert sind, gesehen bzw. gelesen zu werden. Und natürlich geben wir euch auch Tipps, ob ihr den Film gefahrlos auch mit Liebeskummer sehen könnt, oder ob ihr lieber nicht an Taschentücher spart. Also rein ins Lese- bzw. Filmvergnügen!

ICE Blues

Donald Strachey und Timothy Callahan.

Eigentlich sind sie ein ganz normales, fast biederes Paar mit Haus, nervenden Kollegen und Diskussionen über die Arbeit. Aber genau die ist es, die das  Leben der Beiden immer wieder aufmischt. Denn Don ist Privatdetektiv und kann seine Arbeit einfach nicht in seinem Büro lassen. Besonders dann nicht mehr, wenn sein Lebensgefährte plötzlich Zeuge eines Mordes wird und drei Millionen Dollar auf seinem Küchentisch landen.

Also heißt es: Arbeitsteilung – Tim wird in ein nettes und vermeintlich sicheres Hotel geschickt, der übereifrige Angestellte bekommt Botengänge auf`s Auge gedrückt und Don selber träumt sich, weit weg von Schnee und Eis, auf eine nette Südseeinsel. Die Realität ist zwar nicht ganz so warm und es läuft auch nie etwas so, wie Don das geplant hatte, aber dafür ist ein energischer Timothy verdammt sexy – und das darf Donald gleich mehrfach feststellen.

ICE Blues ist der vierte (in sich abgeschlossene) Film der Krimi-Reihe um den attraktiven Privatdetektiv. Stellt sich die Frage, warum ich euch nun gerade diesen Film vorstelle. Die Antwort ist einfach: Während die ganze Serie spannend und sehenswert ist, hat mich in ICE Blues das Zusammenspiel zwischen Chad Allen (Don) und Sebastian Spence (Tim) absolut verzaubert. Sie sind durch und durch ein Paar, zanken sich, küssen sich, umarmen sich, verführen sich und beschützen einander. Jeder hat seine Eigenheiten und Schwächen – aber genau deshalb lieben sie sich. Dabei kommen alltägliche und absolut herrliche Szenen wie der Ärger über das Wetter und das Geplänkel zwischen Don und Tim`s Arbeitskollegin nicht zu kurz.

Ich muss gestehen: Ich bin kein hartgesottener Krimifan. Dieser Film eignet sich nicht dazu, Stunden lang über einen mysteriösen Fall zu grübeln und sich hinterher zu fragen, wie man die vielen kleinen Hinweise nur übersehen konnte. Wann immer ihr genervt und angespannt seid, Donald und Timothy reißen euch mit sich und sorgen für genug Action und Schnelligkeit, um euch abzulenken. Aber das eigentlich Großartige daran, ist das breite, zufriedene Grinsen, das am Ende auf eure Lippen gezaubert wird. Ich zumindest konnte nach den 84 Minuten einfach nur noch glücklich Seufzen.

Und für alle, die Queer as Folk – US geliebt haben, gibt es noch einen kleinen Bonus: Sherry Miller (auch bekannt als Justins Mutter) spielt eine Nebenrolle.

Abschließend kann ich nur einen  gewissen Detective Bailey zitieren: „You belong together!“