Filmkritik: Watercolors

Aufmerksam geworden auf diesen Film bin ich durch die Ankündigung, dass er eine der schönsten schwulen Liebesszenen der Filmgeschichte enthält. Dass hat mich natürlich gleich dazu motiviert mir die DVD zu bestellen. Und ich sollte es nicht bereuen. :-)

Dieser Film war irgendwie anders, von Anfang an. Was vielleicht auch erklärt, warum ich bis vor kurzem noch nichts von ihm gehört hatte und er auch im Netz nur wenig vertreten zu sein scheint. Aber nichtsdestotrotz fand ich ihn wunderschön und das nicht zuletzt wegen der beiden ganz wunderbaren Hauptcharaktere. Vielleicht hat der ganze Film hindurch nicht den Glanz und Glamour wie andere Streifen, aber genau diese Stimmung macht das Umfeld von Danny und Carter in diesem Film aus. Und wie so oft, könnten die Voraussetzungen der Protagonisten unterschiedlicher nicht sein.

Danny, ein hochbegabter Schüler, der gerne Shakespeare liest und auch genau an das glaubt, was darin ausgesagt wird. Besonders, wenn es um die Liebe auf den ersten Blick und das Zusammensein bis in den Tod geht. Auf der anderen Seite ist der sportbegeisterte Carter, der von allen geliebt wird und für den an erster Stelle die Liebe zum Schwimmen steht.

Doch kommt es irgendwann über Dannys Malerei dazu, dass sich beide anfreunden. Denn dieser kann sich seit Ewigkeiten nichts Schöneres vorstellen, als Carter einmal als Model malen zu dürfen. Im Zuge dieser Freundschaft entwickelt sich eine tiefe Zuneigung, die weit über den Gefallen für Danny Model zu stehen, hinausgeht. Sie teilen erste Zärtlichkeiten miteinander und doch müssen beide bald feststellen, dass sie nicht ewig in ihrer heilen Welt leben können. So wird Danny von Mitschülern verprügelt, der durch seine zierliche Gestalt und seine feinfühlige Art schon immer ein Ziel für Anfeindungen dieser Art war und was durch die Vermutung, dass Danny schwul sein könnte, nur verstärkt wird.

Für Carter, der weiterhin alles dafür tut, in seinem Sport erfolgreich zu sein, ist es besonders schwer, die Gradwanderung zwischen der Zuneigung zu Danny und einer Disziplin, in der man besser keiner Schwäche zeigt, zu finden. Wie nah dann doch dieser Sport mit der Liebesgeschichte von Danny und Carter zusammenhängt, möchte ich an dieser Stelle offen lassen. So wie auch das Ende…

Ich muss ja gestehen, dass ich speziell Danny in seiner Rolle mit dieser naiven, manchmal hilflosen Art, der noch an den Weihnachtsmann zu glauben scheint, von der ersten Minute in mein Herz geschlossen habe. Denn auch wenn er beinah zerbrechlich wirkt, nimmt er doch irgendwann den Kampf um seine große Liebe an und stellt sich ihr. Dass er aber auch im Zwischenmenschlichen niemals diese unverwechselbare Art verliert, sieht man dann in so vielen wunderbaren Szenen.

Das Ende… jaaaa, was soll ich dazu sagen, ohne dass ich zu viel verrate. Es hat mich umgehauen in jeglicher Hinsicht und nicht nur mich, auch die liebe Freundin, mit der ich Watercolors geschaut habe. Vielleicht finden es einige nicht überraschend oder sehen alles als logische Folge des jeweils vorhergehenden. Wie auch immer, ich empfand diesen Film als sehr sehenswert, aufgrund der vielen, zauberhaften Momente und der zahlreichen komplexen Charakter, zu dem auch Dannys Mama gehörte, die besonders im Laufe der Handlung eine immer wichtigere Rolle einnimmt.

Aber um mal auf den Punkt zu kommen, schaut ihn euch an: er ist ergreifend, zum Schreien und Quietschen schön, mehr als nur einmal zum Nachdenken und so vieles mehr. Vielleicht stammt das Drehbuch nicht aus Hollywood, aber das muss es auch nicht… für mich erreicht dieser Film auf unsere hauseigenen Skala locker 7 von 10 Fag Hags.

Und um einen kleinen Einblick zu geben, hier ein kleines Video. Zum Genießen :-) :

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