… oder “Um unsere Liebe zu verstehen, müsste die Welt sich auf den Kopf stellen.“
Wie fange ich an? Zu Anfang bin ich nur auf den Trailer zu diesem Film aufmerksam geworden, wobei er damals noch gar nicht auf Deutsch synchronisiert war und damit nur die Bilder für sich sprechen mussten, und das auch getan haben, denn portugiesisch kann ich bis heute nicht. Doch wiedererwartend hat mich der Film auch so mehr als neugierig gemacht, ohne dass ich auch nur ein Wort verstanden hätte. Die Bilder sprachen für sich und ich war sofort von der Art und Weise der Darstellungbegeistert. Doch auch wenn ich kein Wort Text verstanden habe, die Thematik wurde einen auch in dieser fremden Sprache schnell bewusst. In „From Beginning to End“ geht es um die Liebe zwischen zwei Halbbrüdern. Ein durchaus kontrovers diskutiertes Thema, was wir an dieser Stelle später auch noch aufgreifen möchten. Denn dieses Review wird nicht nur von mir geschrieben, nein diesen Film beleuchte ich zusammen mit Absolutelynot, die mit ihrer Einschätzung später anfangen wird. Quasi ein Review- Duett
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Aber um was geht es genau? Im Grunde geht es um zwei Halbbrüder, Francisco und Thomasz, die ihre Leben gemeinsam verbringen seitdem sie denken können. Aufgewachsen bei ihrer gemeinsamen Mutter, deren neuer Mann beide Jungs wie seine eigenen Kinder liebt. Francisco ist der große Bruder und zeigt dies auch in jeder Minute, die er mit seinem Tom-Tom verbringt. Sie wachsen heran, ohne jemals getrennt zu sein, in einer Familie voller Harmonie. Sie gehen gemeinsam durch schwere Zeit, der Tod von Franciscos´ Vater ist einer davon und als ihre gemeinsame Mutter stirbt, die ihren Jungs ein Leben lang Verständnis und Fürsorge entgegengebracht hat, kommt es wohl zu einen der größten Einschnitte in ihrem Leben. Die Beiden sind inzwischen junge Erwachsene, die nachwievor zusammen wohnen. Doch inzwischen als Liebespaar. Ihre Beziehung ist für den Zuschauer offensichtlich und doch allmählich auch ins körperlich sexuelle übergegangen. Sie lieben und leben zusammen bis Thomasz irgendwann für eine lange Zeit nach Russland muss. Noch nie vorher waren die beiden Männer getrennt!
Thomasz ist Profischwimmer und nur Vorort kann er sich adäquat auf die Olympischen Spiele vorbereiten. Dass ihn erst sein großer Bruder überreden muss überhaupt zu gehen, zeigt einmal mehr, wie nah sich die beiden Brüder auf allen Ebenen stehen. Die Zeit der Trennung ist für beide eine der schwersten Prüfungen in ihrem doch noch jungen Leben. Sie leiden beide auf ihre ganz eigene Weise. Doch nicht nur für ihr Leben ist es ein Einschnitt, sondern auch für ihre Liebe. Denn die ständige Nähe zum anderen, war wohl das Konstanteste, was sie bisher im Leben kannten. Bis zur Trennung… aber mehr verraten will ich wie immer an dieser Stelle nicht *gg*.

Was macht diesen Film so besonders?
(Absolutelynot)
Beim Stichwort „Bruderliebe“ winke ich normalerweise immer gleich ab. Doch für jede Regel gibt es immer eine Ausnahme und die hat bei mir mit dem Anschauen des Trailers begonnen. Allein darin war schon so viel Bildgewalt und Emotion, dass ich gar nicht anders konnte als neugierig zu werden. Und der Film hat auch alles gehalten, was der Trailer versprochen hat.
Schon allein aus cineastischen Gründen ist es für mich ein Ausnahmefilm in dem so ziemlich alles stimmt. Das Casting, die schauspielerische Leistung aller Beteiligten, die Kameraführung und die Musik. Besonders eine Szene mit der innerhalb von wenigen Minuten eine Entwicklung von mindestens mehreren Wochen dargestellt wird und über die man erst mal nachdenken muss, um sie zu verstehen, hat es mir angetan.
Und auch wenn es auf unserer Insel ja eher um die Jungs geht, so fand ich die Rolle der Mutter im Leben der beiden Männer sehr auffällig. Im positiven Sinn. In einem anderen Umfeld hätten sich die beiden Jungs nie so frei entwickeln können, und auch wenn sie sich ihre eigenen Gedanken (und auch Sorgen) um den Weg macht, den ihre beiden Jungs aufgrund ihrer innigen Beziehung einmal eingehen könnten, so ‚füttert’ sie nicht mit irgendwelchen Moralvorstellungen. Ganz im Gegenteil. Sie bleibt bei ihrer Einstellung zum freien Willen und zu „den Dingen des Lebens“, wie sie es nennt und kommt deshalb gar nicht erst auf die Idee, die Zwei einschränken zu wollen, sondern versucht einfach nur für sie da zu sein.
So unbelastet aufgewachsen, war es wohl nur ein kleiner Schritt von einer fast schon symbiotischen brüderlichen Beziehung zu einer erwachsenen und sehr innigen Liebesbeziehung, die durchweg schön anzusehen ist (was zu einem nicht unerheblichen Teil an den schön anzusehenden und phantastisch agierenden Schauspielern selber liegt).
Es heißt, die wahre Liebe beschützt die Menschen, die sie empfinden, vor Angriffen von außen. Und so geht es wohl auch Francisco und Thomasz, auch wenn es weitestgehend dem Betrachter überlassen bleibt, inwieweit ihr direktes Umfeld von dem Ausmaß ihrer Beziehung wissen. Denn auch wenn es vermutlich jeder ahnt, so werden sie doch so akzeptiert, wie sie sind und ich vermute, weil jeder einfach gar nicht anders kann, als zu akzeptieren, dass es grausam wäre, ihnen ihre Liebe verbieten zu wollen.
Genauso ist es zumindest mir beim Anschauen gegangen. Ich habe mich einfach für das Glück der Beiden gefreut, habe in der Trennung mit ihnen gelitten und gehofft, dass alles gut endet – was in diesem Fall heißt, dass sie die Krise überstehen und ihr Leben weiterhin gemeinsam verbringen können.
Ob ihnen das gelingt, will ich nicht verraten und kann nur den Rat geben, ihn sich selber anzuschauen!
Von mir gibt es sehr enthusiastische 9 von 10 Fag Hags und die auch nur, weil ich grundsätzlich nie die volle Punktzahl gebe.
(NewLove)
Nachdem der Trailer mich schon so begeistert hat, konnte ich die Ankunft der DVD kaum erwarten. Zwar habe ich trotz meiner Liebe zu schwulen Liebesgeschichten noch nie einen Film geschaut indem zwei Brüder die Hauptrollen spielen, aber dieser hier hatte einfach mein ungeteiltes Interesse geweckt. Und ich sollte nicht enttäuscht werden! Ich möchte gleich sagen, dass ich keine einzige Sekunde ein ungutes oder skeptisches Gefühl hatte bezüglich dieses Themas, was ja durchaus verständlich wäre. Aber dafür haben mich das Drehbuch, die Schauspieler und ganz vorne natürlich die Umsetzung einfach zu sehr überzeugt.
Der Regie ist es gelungen, dass die beiden Brüder bereits als Kinder eine Nähe vereint, die man als Außenstehender niemals anzweifeln würde oder sogar anzweifeln möchte. Nie kommt der Gedanke des Unschönen auf, im Gegenteil viele Momente sind einfach nur herzerweichend und schön. Noch nicht einmal die Mutter der Jungs, die schon früh zu spüren scheint, dass die Liebe ihrer Kinder zueinander außergewöhnlich ist, vermag sich nicht einzumischen. Sie lässt sie das Leben leben, was sie glücklich macht und was sie für sich selber gewählt haben. Entgegen aller gesellschaftlichen Meinungen und Grenzen. Nicht ohne jedoch zu vergessen ihnen ein offenes Ohr anzubieten. Vielleicht hatte sie sich Sorgen gemacht, ganz sicher sogar, doch auf die Idee zu kommen es zu unterbinden, was bis zu ihrem Tod mit den Jahren immer deutlicher wurde, kam sie nie. So wuchsen ihre Söhne eigentlich nie mit dem Zweifel auf, dass irgendetwas an ihrer Liebe falsch ist oder sie was unterdrücken mussten, was tief aus ihren Herzen kam.
„Und so lernte ich schon in den ersten Tagen meines Erdendaseins, dass es einen freien Willen gab.“
Die Schauspieler, ich weiß ich wiederhole mich, aber bessere Protagonisten hätte man nicht wählen können, sie passen in die Rollen wie niemand sonst es könnte. Sie leben ihren Charakter und versprühen in ihrem Zusammenspiel eine Selbstverständlichkeit, die ich so selten gesehen habe. Sicher auch aus diesem Grund vergisst der Zuschauer irgendwann, dass sich hier zwei Brüder lieben, weil die Liebe einfach so echt und ehrlich wirkt. Nein, auch die Liebesszenen gefallen ganz wunderbar, wo natürlich auch das Aussehen dieser beiden sehr gut aussehenden Herren wohl einen entscheidenden Einfluss hat
Oft habe ich mich während des Films gefragt, ob die Umgeben, die Familie der beiden Brüder über ihr besonderes Verhältnis Bescheid wissen oder zumindest etwas erahnen. Leider bin ich zu keiner abschließenden Meinung gekommen, was ab so glaube ich auch gewollt war. Die Beiden geben sich immer fröhlich und scheinen ihre gegenseitige Zuneigung füreinander nie zu verbergen. Wenn man den Gedanken an Brüderliebe zulassen würde, könnte man sicher auch mitbekommen, dass sie ein Paar sind. Doch scheinen Francisco und Thomasz damit an keiner Stelle Unmut oder Diskriminierung zu erfahren. Immerhin leben sie auch nach dem Tod der Mutter gemeinsam in einem Haus. Meine Vermutung ist, dass zumindest die Familie es weiß, aber einfach Stillschweigen darüber gewahrt wird. Aber dieses Schweigen hat nichts Bedrückendes oder negatives, sondern es besitzt eine Leichtigkeit, die den beiden erlaubt die Person zu lieben, die sie schon immer lieben und besser kennen als sonst wen.
Ich weigere mich aus irgendeinem Grund überhaupt das Wort Inzest in den Mund zu nehmen, weil es einfach durchweg negativ besetzt ist für mich. Wie gesagt, die Meinungen gehen bezüglich dieses Themas weit auseinander, wobei man immer die persönliche und die rechtliche Ebene im Kopf haben sollte. Doch in diesem Film ist die Pietät zu jeder Sekunde gewahrt und es war einfach nur faszinierend zu schauen. Für mich rangiert From Beginning to End aus diesem Grund jetzt auch gleichauf mit meinem Lieblingsfilm Shelter auf Platz Eins …
Der Film offenbart so viele schöne Szenen, so viele wunderbare und denkenswerte Zitate, dass ich hier an dieser Stelle gar nicht alle aufzählen kann. Ich habe den Film inzwischen zweimal geschaut und es wird sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein. Wegen all dieser Gründe gibt es von mir 9 von 10 Fag Hags.
Ein Gemeinschaftsprodukt von NewLove und Absolutelynot





Jaaa, den Filmtrailer in o-Ton habe ich auch gesehen und auch Ausschnitte in einigen Fanvids. Ich fand sie sehr faszinierend, auch ohne die Sprache zu verstehen. Die Bilder sind extrem schön…
Auch ich habe schon ein paar Videos und gesehen und muss sagen und wow das seiht wirklich richtig gut aus! Mal schauen wenn ich die Zeit finde den Film anzuschauen, ich bin wirklich begeistert!
Ich habe mir den Film gerade angeschaut und wow, der Film ist unglaublich schön. Dir Schauspieler sind klasse und ich bin wir man merkt einfach Sprachlos. 100% empfehlenswert!
Freut mich sehr, dass er gefallen hat. Ich könnte ihn auch dauernd schauen, wenn ich Zeit hätte am liebsten jeden Tag
. Er ist wirklich wunderschön. Schade nur, dass er in seinem Ursprungsland so einen Skandal ausgelöst hat…
ich kenne den Film noch nicht – aber dank euren tollen Bericht, werde ich das ändern
Ein traumhafter und sehr ästhetischer film ! mit tollen schauspielern einfach nur klasse ! danke das ihr mich drauf gebracht habt ! hoffe ihr schreibt jetzt öfters filmkritiken !
Genau das Wort habe ich noch gesucht für den Film: ästhetisch, passt so gut
.
Ich habe den Film schon vor längerem im O-Ton mit Englischenuntertiteln geguckt. Ich halte nicht viel von Synchs und schaue Deutsches so ziemlich nie.
Ich fand den Film sehr gut gemacht und beide Darsteller waren glaubwürdig.
Aber pass ja auf, dass du vor lauter Lesen der Untertitel und fremdsprachiger Beschallung nicht vergisst die Filme anzuschauen
.