Eleven Men out

Der Titel des Films sagt es schon, es geht darin um Fußball, genauer gesagt um den bejubelten Stürmer eines isländischen Erstligavereins namens Óttar Thór, von dem alle dachten, dass er durch und durch eine Hete wäre – wie sollten sie auch darauf kommen, dass es nicht so ist, war er doch verheiratet gewesen und hatte einen Sohn? Wir wissen, dass das kein Hinderungsgrund sein muss…seine Vereinsmitglieder und sein ganzes Umfeld war in dem Zusammenhang wohl etwas unbedarfter. ;)

Sein Outing war schon etwas seltsam, muss ich sagen. Eigentlich sollte ein Artikel über ihn wohl auf der letzten Seite der Zeitung erscheinen, womit er nicht einverstanden war. Um der Reporterin -die btw. keine Ahnung von Fußball hatte ôo – einen Grund zu geben, den Artikel über ihn auf die Titelseite zu setzen, verkündete er „mal eben”, dass er gerade erst herausgefunden hat, dass er schwul ist, obwohl er schon einige Zeit darüber nachdenke.

Zuerst für einen Scherz gehalten, schlug sein Outing doch ziemlich hohe Wellen. Plötzlich war er nicht mehr der Kollege, den man kannte und wenn nicht mochte, dann zumindest respektierte, sondern nur noch ein Risiko für die Mannschaft. Es endete darin, dass Óttar suspendiert wurde, weil er angeblich eine Gefahr für die Jugend sei. *kopfschüttel* Und das obwohl sein eigener Vater ein „hohes Tier” im Verein ist. Aber er ist nicht das einzigste Familienmitglied, das nicht gerade positiv auf sein Outing reagiert. Seine Mutter heult nur noch…sein Bruder gibt sich pseudo-liberal und will den Vater mit dem Film Philadelphia an das „Homo-Ding” heranführen, wobei er nicht mehr als den Klappentext gelesen zu haben scheint – ohne Worte – während Óttars Ex-Frau sich regelmäßig die Birne zuknallt und sich nicht einmal annähernd um den gemeinsamen Sohn kümmert.

Óttar wechselt kurz darauf nach einem Angebot eines Freundes namens Pétur, zu einem Amateurverein, in dem mehrere schwule Fußballer spielen, was von der Presse natürlich nicht unbemerkt bleibt. Die wenigen Heten verlassen nachdem es verstärkt zu homophoben Anfeindungen durch gegnerische Mannschaften kommt nach und nach die Mannschaft, wodurch die Mannschaft vor einem Problem steht: 5 Männer sind nun einmal 6 zu wenig. Zum Glück finden sich die auch noch und Island hat die erste schwule Fußballmannschaft namens „Pride United Reykjavík”

Gleich beim ersten Treffen hatte ein junger Mann – der btw. zumindest äußerlich gewisse Ähnlichkeit mit einem Marco Engelhardt hat, aber im Film Daniel heißt – sein Interesse geweckt und die beiden beginnen eine Affäre (oder doch eine Beziehung?).

Erst mit der Zeit wird Óttar klar, dass sein Outing nicht nur Auswirkungen für ihn, sondern auch insbesondere für seinen Sohn hat, der sich gerade in der Pubertät befindet und eh schon genug mit sich selbst zu tun hat. Der Versuch eines Gesprächs mit seiner Ex über das Thema endet damit, dass die beiden zusammen im Bett landen. *augenroll*

Während für Óttar die Folgen von diesem ONS nicht gerade wünschenswert sind – sein Freund Daniel beendet die Affäre – begreift seine Ex-Frau endlich, dass es so nicht weitergehen kann und macht eine Entziehungskur. Óttar mag zwar gute Vorsätze haben, aber deren Umsetzung…nun gut. Aber wie soll er auch von einem Tag auf den anderen ein perfekter Vater werden? Er hat einfach keine Erfahrung, was Erziehung betrifft und nicht nur das. *seufz*

Aber ich sollte besser nicht zu viel verraten, sonst braucht Ihr den Film ja nicht mehr gucken, gelle?

Insgesamt gesehen gebe ich dem Film 8 von 10 FagHags. :D

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(by S)