Filmkritik: Make the Yultide gay

Wiedereinmal hab ich die Ehre heute einen weiteren Gastschreiber hier auf der Seite Einzug halten zu lassen. Und zwar den lieben Frank. Die meisten von euch dürften ihn von seinen Kommentaren auf der Hauptseite hier kennen und deswegen sind wohl auch kaum weitere Worte nötig. Ich freu mich jedenfalls sehr über seine Review. Aber lest doch einfach selber..

Kritik zu ‚Make the Yuletide gay’

Gestern habe ich mir ‚Make the Yuletide gay’ angeguckt, fragt mich bitte nicht, wo ich den Film her habe. ;-) ))

Wow. Was für ein toller Film. Wenn Ihr die Möglichkeit habt ihn zu gucken, solltet Ihr sie nutzen.

Es geht um Olaf, genannt Gunn, der am College Leiter der LGBT-Gruppe ist und sich für schwule Rechte einsetzt, und seinen Freund Nathan, gespielt vom süßen, offen schwulen Adamo Ruggiero, der Marco in Degrassi TNG war. Über die Weihnachtsfeiertage fährt Gunn nach Hause zu seiner Familie, und Nathan soll die Feiertage eigentlich mit seinen reichen, emotionslosen Eltern verbringen. Doch seine Eltern ziehen es vor, alleine auf eine Kreuzfahrt zu gehen und Nathan beschließt, seinen Freund zu Hause zu überraschen.

Was er nicht wusste ist, dass Gunn sich bisher nicht vor seinen Eltern geoutet hat.

Dabei gerät er in eine absolut abgedrehte Familie mit einer herzlichen, aber leicht durchgeknallten Mutter, die vor allem immer schrillend lacht, und einem Professor-Vater, der die meiste Zeit total bekifft ist und dadurch auch schon mal nackt die Tür öffnet.

So ist schon die Szene, wie der relativ kurz geratene Nathan vor der Haustür steht und direkt auf den nackten Mittelbereich des relativ langen Vaters blickt, schreiend komisch.

Von da an lebt der Film von lauter zweideutigen Wortspielen, z.B. wenn die Mutter den Jungs im alten Kinderzimmer die Etagenbetten zuweist und davon redet, dass ihr Sohn immer oben liegt (top), während Nathan klar stellt, dass er eigentlich oben und Gunn unten liegt (bottom). So geht der Film laufend weiter, wenn sich die Mutter mit der Nachbarin zweideutige Wortgefechte liefert oder die Jungs mit der Nachbarstochter herumbitchen, die natürlich sofort merkt, dass die beiden ein Paar sind, oder wenn die Eltern ihrem Sohn eine Freundin andrehen wollen, damit er nicht so komisch wird wie der Mann am Ende der Straße, der nie verheiratet war, keine Kinder hat, aber statt dessen seine Wohnung mit dem Friseur teilt.

Der Film ist über die ganze Strecke saukomisch und unterhaltsam. Vom Humor her finde ich ihn viel eher britisch als amerikanisch. Aber er hat auch ernste Töne, denn am Ende outet sich Gunn natürlich, und wie könnte es anders sein, seine Eltern wussten schon lange Bescheid (nicht ohne ihn noch einmal darauf ansprechen, ob er wirklich der bottom ist). Nathan dagegen hinterlässt seinen Eltern eine herzergreifende Nachricht, dass er sie braucht, aber wenn sie ihn nicht wollen, er sich eine andere Familie gesucht hätte, die viel herzlicher ist.

Ich kann mir schwer vorstellen, dass es eine deutsche Übersetzung des Films geben wird, weil das beste am Film eigentlich der Wortwitz ist, aber wenn Ihr einigermaßen Englisch könnt, solltet Ihr ihn Euch unbedingt ansehen.

(by Frank)