Den Film, den ich euch heute vorstellen bin, mochte und mag ich persönlich sehr sehr gerne! „Dem Himmel so fern” ist ein Film über Liebe, über das Anders-sein, über Fassaden die mühsam aufrechterhalten werden aber letzten Endes doch zerbröckeln…
Die Hauptperson des Films ist Cathy, eine Frau in deren Leben es zwei Männer gibt – einen, der sie nicht lieben kann (warum können sich die meisten hier wohl denken!
) und einen, der sie nicht lieben darf (aus einem Grund, der so absurd wie schrecklich ist…)
Aber von Anfang an!
Das Ehepaar Cathy und Frank Whitaker lebt im Connecticut der späten Fünfziger. Frank arbeitet als Verkaufsleiter in einer angesehenen großen Firma und verdient viel Geld, die beiden leben in einem schönen Haus mit großem Garten und haben zwei „wohlerzogene” „entzückende” Kinder.
Nach außen hin scheint ihr Leben perfekt zu sein, das perfekte Paar im perfekten Zuhause – doch der Schein trügt!
Frank ist schwul, kann das aber aufgrund der Zeit in der er lebt nicht offen ausleben. Irgendwann beginnt er, nachts heimlich in Bars zu gehen und fängt Affären mit Männern an…
Etwa zur selben Zeit lernt Cathy den verwitweten schwarzen Gärtner Raymond kennen und fühlt sich sofort zu ihm hingezogen…
Durch Zufall entdeckt Cathy Franks Homosexualität – und ist geschockt. Auf ihr Drängen hin, verspricht er, eine „Therapie” anzufangen, um sich umpolen – pardon „heilen”
– zu lassen!
Er will „diese Sache” unbedingt hinter sich lassen und kämpft immer mehr gegen seine wahren Gefühle an. Cathy sagt, dass sie ihn liebt, verspricht ihn zu unterstützen… doch die Ehe der beiden läuft immer schlechter.
Fast ohne es zu merken nähert Cathy sich immer mehr Raymond an, der sie versteht, für sie da ist, ihr zuhört… und schließlich merkt sie, dass sie sich gegen alle Regeln in ihn verliebt hat!
Obwohl zwischen den beiden nichts passiert bleibt ihre Freundschaft von Cathys Umgebung nicht unbemerkt… und so langsam fängt auch hier alles an zu bröckeln… eine weiße Frau und ein schwarzer Mann? Für die Gesellschaft undenkbar! Cathys „Freundinnen” wenden sich von ihr ab, ihr Ruf ist am Ende; Raymond wird als „Nigger” verschrien, der „weiße Mädchen anmacht”, verliert seinen Beruf, seine Existenz… alles! Und das nur, weil die beiden gesehen wurden, wie sie zusammen aus einem Auto stiegen…
Doch davon erfährt Cathy erstmal nichts… sie fährt mit Frank in den Urlaub – ein letzter Versuch, ihre Ehe zu retten.
Doch im Urlaub passiert etwas völlig anderes als erwartet! Frank lernt einen jungen Mann kennen – und verliebt sich. Zum ersten Mal in seinem Leben lernt er das Gefühl kennen, jemanden zu lieben und geliebt zu werden… unter Tränen gesteht er Cathy, was passiert ist – und verlässt sie.
Cathy wird klar, dass sie Raymond wirklich liebt… aber letzten Endes wissen beide, dass ihre Liebe in einer Gesellschaft wie dieser keine Chance hat…
Dieser Film ist wirklich einer der besten, die ich jemals gesehen habe! Auf den ersten Blick hat er zwei Handlungsstränge: Franks heimliche Homosexualität, seine Versuche sich dagegen zu wehren und schließlich sein Erkennen dass man sich gegen Liebe nicht wehren kann… und dann die Liebesgeschichte zwischen Cathy und Raymond (die nebenbei bemerkt zwar nur angedeutet, aber trotzdem so ziemlich die schönste Hetero-Lovestory war, die ich kenne!).
Aber letzten Endes geht es bei beiden Geschichten nur um eines: Darum wie es ist anders zu sein, darum dass alle Menschen und jede Liebe gleich und gleich viel wert ist, dass das aber so viele Leute einfach nicht begreifen wollen und darum, dass man sich gegen Gefühle nicht wehren kann!
Selbstverständlich behandelt der Film auch die Themen Rassismus und Homophobie, stellt sie als das dar was sie sind: Furchtbar – und führt einem gleichzeitig vor Augen wie blödsinnig und absurd es eigentlich ist, jemanden zu verachten weil er anders ist als man selbst, Menschen aufgrund von Unterschieden zu trennen und auch, jemand anders sein zu wollen, als der der man ist…
Cathy und Raymond dürfen nicht zusammen sein, weil sie verschiedene Hautfarben haben, Frank sitzt bei einem Therapeuten und will seine sexuelle Orientierung umpolen lassen… die Situationen an sich sind obwohl (oder vielleicht gerade weil) sie als normal galten (und zum Teil sogar noch gelten) doch völlig absurd, oder?
Fazit:
Genialer Film! Wenn man nichts gegen Heteropaare hat, unbedingt anschauen!
(by H)



