Hara kommentiert – “Little Miss Sunshine” oder I hate everyone!!

Ja, ich weiß, ihr musstet ziemlich lange auf mein Gequatsche verzichten… sorry dafür – bezeichnen wir es einfach als Sommerpause, die hiermit offiziell beendet ist! ;)

Diejenigen unter euch, die „Little Miss Sunshine” kennen fragen sich jetzt wahrscheinlich, was genau der Film hier macht und was er mit unserer Insel zu tun hat… meine Antwort darauf ist: Einiges!
Und das meine ich nicht nur in Bezug auf Olives Onkel und dass er „’n Homo ist” (wie ihr Großvater das so nett ausdrückt…) sondern in Bezug auf den ganzen Film… aber von Anfang an!

In dem Film geht es um Familie Hoover, bestehend aus Mutter Sheryl (Hausfrau, Mutter von zwei Kindern, dauerentnervt), Vater Richard (erfolgloser Autor eines Motivationsprogramms „Die neun Stufen – wie man zum Gewinner wird” mit dem er sämtliche Familienmitglieder an den Rand des Nervenzusammenbruchs treibt), Sheryls Sohn aus erster Ehe, Dwayne („I hate everyone!” – „And your family?” – „Everyone.” Sollte alles sagen… ;) hat ein Schweigegelübde abgelegt, das er erst brechen will, wenn er sich seinen Traum erfüllt hat und Testpilot bei der Air Force geworden ist).

Dann gibt es da noch Richards Vater, der wegen Drogen und zu vielen Partys aus mehreren Altenheimen geworfen wurde und Sheryls Bruder Frank, der nachdem er sich unglücklich in einen seiner Studenten verliebt hatte nun einen Selbstmordversuch unternommen hat und bis auf weiteres bei der Familie seiner Schwester leben soll.

Die Einzige in der Familie, die keinen an der Klatsche zu haben scheint ist die siebenjährige Tochter Olive. Dafür hat sie einen Traum, sie will Schönheitskönigin werden. Dieser Wunsch scheint für das etwas pummelige Mädchen in weiter Ferne zu liegen – doch als sie erfährt, dass sie bei den regionalen Little-Miss-Sunshine Wahlen von Platz zwei auf Platz eins befördert wurde, will sie nach LA und bei der bundesweiten Entscheidung teilnehmen…

Ihre Eltern wollen mit ihr nach LA fahren, doch da Großvater Edwin (Drogen), Onkel Frank (Selbstmordgefahr) und Bruder Dwayne (zu jung) nicht alleine gelassen werden können, muss schließlich die ganze Familie im uralten VW-Bus nach Kalifornien aufbrechen…

Auf der Fahrt erlebt jedes der Familienmitglieder eine Enttäuschung, es kommt zu Streits, Versöhnungen, Enthüllungen und sogar einem Todesfall…

Dwayne erfährt, dass sein großer Traum unmöglich ist, Frank trifft mitten in der Pampa ausgerechnet den Mann wieder, in den er sich unglücklich verliebt hat und wegen dem er versucht hatte, sich das Leben zu nehmen. Und auch Olive muss erfahren, dass sie nicht so ganz das ist, was die Leute sich unter einer Schönheitskönigin vorstellen.

Doch letzten Endes bringt die Reise die zerrüttete Familie wieder näher zusammen und man fängt an einander zu verstehen – und irgendwie auch zu mögen! ;)

Der Humor in diesem Film ist zum Großteil fies und tiefschwarz, aber absolut genial! Ich bin jedenfalls mehrere Male vor Lachen vom Sofa gefallen!
Außerdem ist der Film total niedlich und trotz seiner Skurrilität auch irgendwie sehr lebensnah! Auf jeden Fall sehenswert!

Ich verbinde den Film nicht (nur) wegen Franks Homosexualität mit unserer Insel, sondern in erster Linie weil er so viel in sich birgt, was doch sehr viel mit uns zu tun hat… in „Little Miss Sunshine” geht es ums Anders-sein, ums Nicht-dazu-passen. Olive stellt am Ende fest, dass sie nicht dem aktuellen Schönheitsideal entspricht, dass sie nicht das süße kleine Mädchen ist, das die Leute sehen wollen, doch genau wie der Rest ihrer durchgeknallten Familie ist sie ein bisschen merkwürdig, aber doch unheimlich liebenswert! ;)

Fazit:
Absolut genialer Humor mit einem unbezahlbaren Steve Carell als Onkel Frank, aber mit einer wunderbaren Botschaft dahinter! Unbedingt anschauen!

(by H)