Hara kommentiert – „Der Gott der Dunkelheit“ oder ich mochte Band eins, ich liebe Band zwei!

Vor einiger Zeit habe ich an dieser Stelle den ersten Band der „Schattengilde”-Reihe von Lynn Flewelling vorgestellt. (Dazu hier entlang)

Heute geht es um den zweiten Band „Der Gott der Dunkelheit”.

Wie Band eins handelt auch Band zwei wieder um Seregil von Rhiminée und seinen Schüler und Freund Alec.
Nachdem die beiden in Band eins erfolgreich dazu beigetragen hatten, eine Intrige einer bösen politischen Untergrundorganisation gegen die Königin von Skala zu verhindern, geht es in Band zwei um eine ganz andere Bedrohung. Auf diese gab es zwar während der Handlung von „Das Licht in den Schatten” schon einige Andeutungen, doch sie blieb die ganze Zeit eher im Hintergrund.

Im Gegensatz zu zum vorherigen Band ist „der Gott der Dunkelheit” weniger von Intrigen und Spionage bestimmt, als eher von offenen Kämpfen und Kriegen. Die Handlung läuft schneller und ist um einiges bedrohlicher – und dabei sogar noch spannender und fesselnder als Band eins.

Gleichzeitig ist der Band aber auch sehr brutal und kriegerisch; an einigen Stellen richtig grausam und schrecklich, was mich aber (trotz meiner allgemeinen starken Ablehnung gegenüber Gewalt) nicht vom Buch abgestoßen hat, da die Autorin es schafft, neben den Grausamkeiten und Brutalitäten des Buches noch Spannung aufzubauen und nicht versucht, verloren gegangene Spannung durch viel Action und Blut wettzumachen, was bei Fantasy-Büchern bekanntlich schnell passiert.

Neben der Haupthandlung des Buches entwickelt sich aber auch eine andere Geschichte weiter, und zwar die Liebesgeschichte zwischen Alec und Seregil.

Schnell wird klar, dass Seregil, auch wenn er anfänglich versucht sich dagegen zu wehren, längst mehr in Alec sieht als einen Schüler und guten Freund. Was in Band eins nur angedeutet wird, wird nun immer klarer: Seregil hat sich in Alec verliebt und es macht ihn fertig, zu wissen, dass Alec diese Gefühle niemals erwidern wird. Frustriert glaubt er, in einer weiteren Sackgasse, selbstzerstörerischer Liebe gelandet zu sein – während Alec, unschuldig und etwas prüde wie immer ;) von allem scheinbar nichts merkt…

doch das ändert sich, als er seinem Freund eines Abends in einer etwas… ähm… „speziellen” Situation begegnet und sich plötzlich Gefühle in ihm regen, die er so gar nicht mit seinem Lehrer und besten Freund verbinden will…

doch bevor sich zwischen den beiden etwas entwickeln kann bricht Krieg aus, Alec wird entführt und gequält (das ist einer der grausamen Teile des Buchs… über Alecs Folter zu lesen war jedenfalls teilweise wirklich nur schwer erträglich…) und Seregil beschließt, zusammen mit Nysander und Micum nach Plenimar zu reisen, um denn Mann den er liebt (und danach alle anderen) zu retten.

Wie gesagt ein wirklich tolles Buch! Spannend, trotz dem sehr düsteren Anteil dieses Bandes immer noch ausgesprochen lustig und voller sarkastischem Humor und mit einer wunderschönen Liebesgeschichte darin!

Schön finde ich auch, dass endlich auch eine Frau eine größere Rolle erhält! Beka, Micums älteste Tochter entwickelt sich im Laufe des Buches von einer eher unwichtigen Nebenrolle zu einem der Hauptcharaktere – und zeigt dabei mal absolut keine Anzeichen des klassischen Fantasy-Buch-Frauenbildes! ;)

Fazit:
Absolut geniales Fantasy-Buch – auch für Nicht-Fantasy-Fans!

(by H)